Verein

Die Geschichte unseres Vereins

Fast 100 Jahre Weilburger Ruderverein – das ist nicht nur die Freude vieler Menschen am Rudersport während eines Jahrhunderts in Weilburg, das sind nicht allein unzählige Namen, Zahlen, Zeugen von Siegen und Niederlagen, nicht nur das Erlebnis der Gemeinschaft und Kameradschaft. Und es sind auch nicht nur die glanzvollen Feste und Feiern. 97 Jahre Weilburger Ruderverein – das ist auch Weilburger Heimatgeschichte und Abbild deutscher Geschichte. Die letzten 97 Jahre fielen zusammen in eine Zeit des Umbruchs und Aufbruchs, des unerhörten, um die Jahrhundertwende noch undenkbaren technischen Fortschritts. In den 97 Jahren seines Bestehens erlebte unser Verein eine Gesellschaft im Wandel. Staatsformen kamen und gingen. Von Preußen Gloria über die Weimarer Republik bis zum Neubeginn der Bundesrepublik Deutschland waren 97 zum Teil hektische und bittere, aber auch viele schöne Jahre. Der folgende geschichtliche Überblick soll deshalb einen Eindruck vermitteln von den Höhen und Tiefen unseres Vereins zwischen 1905 und 1980.

Die Vereinsgründung

Es begann an einem Februartag im Jahre 1905. In einer Festschrift des Jahres 1920 anlässlich des 15jährigen Bestehens des Weilburger Rudervereins sind die Gründer der Nachwelt aufgezählt:

„Am 28.Februar 1905 fanden sich die Herren Hermann Hauch, Karl Birkenholz, Karl Görtz, Heinrich Böhm, Friedrich Gramer, Berthold Jessel, Friedrich Jacobs, Carl Schepp, Richard Moser, Julius Sternberg und Paul Cypan im Hotel Traube, der von den Wassern der Lahn eingeschlossenen Stadt Weilburg, zusammen und gründeten den Weilburger Ruderverein. Vorsitzender wurde Herr Apotheker Kleiner. Am 4. Juni 1906 erfolgte die Bootshausweihe.“

Mit einem Dollen-Vierer, einem Renn-Gigvierer, dem Rennboot „Forelle“, einem Zweier und einem Vergnügungsboot startete der junge Verein in seine ungewisse Zukunft. Noch 1906 wurde er in den Deutschen Ruderverband aufgenommen. Im gleichen Jahr wurde auf seine Initiative der Lahn-Regatta-Verband gegründet.

Im Schutze der Krone

In den ersten Jahren seines Bestehens konnte der Weilburger Ruderverein auf höchste Unterstützung vertrauen. Anlässlich der Tausend-Jahr-Feier der Stadt Weilburg fand am 19. August 1906 auf der Lahn eine Auffahrt von Booten der dem Lahn-Regatta-Verband angehörenden Vereine vor dem Prinzen Eitel-Friedrich von Preußen statt. Der hohe Herr revanchierte sich mit einem Wanderpreis.

1907 wurde Großherzog Wilhelm von Luxemburg Protektor des Vereins. Nach dessen Tod übernahm im Jahre 1912 die Großherzogin Marie Adelheid die Gönnerschaft für den jungen Verein. Nach mehrmaligen Anläufen war 1909 bei der 3. Lahn-Verband-Regatta in Wetzlar dem Weilburger Verein der erste Erfolg beschieden. 1910 gewann man in Gießen und 1913 gewannen die Weilburger sogar auf der von ihnen selbst ausgerichteten 7. Lahn-Verband-Regatta, die zu einem sportlichen und gesellschaftlichen Ereignis ersten Ranges im Städtchen an der Lahn wurde. Dann kam der Erste Weltkrieg. Viele tauschten das Rudertrikot mit dem feldgrauen Rock und das Vereinsleben ruhte zwischen 1914 und 1918. Vorsitzender war von 1911 bis 1919 Rechtsanwalt Daun.

Drei Millionen Mark Monatsbeitrag

Es herrschte wieder Frieden. Das Ende der Monarchie war besiegelt. Ein neues, demokratisches Deutschland sollte entstehen. Die Weimarer Republik kam und stürzte den Ruderverein in große Probleme. 1920 übernahm Hermann Hauch die Vereinsführung. 1921 hatte der Verein immerhin 40 aktive und 103 inaktive Mitglieder. Noch überwogen die sonnigen Tage im Leben des Rudervereins, der eine hohe gesellschaftliche Stellung in Weilburg genoss und dessen Feste sich großer Beliebtheit unter der Bürgerschaft erfreuten. 1922 war das herausragende Ereignis die 12. Lahn-Verband-Regatta, die wiederum vom WRV ausgerichtet wurde.

Man schreibt 1923. Inflationszeit in Deutschland. Fritz Jörissen wird Vorsitzender. Der Verein macht sich große Sorgen wegen dringender Reparaturen an den Booten und am Bootshaus. Man beschließt für die notwendige Reparatur von einigen Riemen und für die Beschaffung einiger Kilo Lack einen Kredit von 250000 Mark aufzunehmen, um diese Aufgaben zu bestreiten. Im Juli 1923 beträgt der Monatsbeitrag „zwei Glas Bier zum Preise am Tag der Monatsversammlung“, im September bereits die Millionen Mark für Aktive, eine Million Mark für Passive.                                                                                                                                     Je höher die Preise schnellten, so tiefer sanken in den zwanziger Jahren die sportlichen Erfolge und die Mitgliederzahlen. So wurden 1925 lediglich 24 Fahrten mit 338 Kilometer bestritten, die Mitgliederzahl schrumpfte auf 23 Aktive und 76 Passive. 1924 wurde Berthold Jessel 1. Vorsitzender, 1926 übergab er das Amt an Hermann Petri. Der sportliche Erfolg wollte sich aber nicht einstellen.                                                                         

Erst das Jahr 1930 brachte einen Umschwung, nachdem ein neuer Rennvierer angeschafft und auf den Namen „Hindenburg“ getauft wurde. Aus dem Jahresbericht des Schriftführers ist seine Begeisterung über die Erfolge dieses Jahres zu entnehmen:

„Wie ein Blitz aus heiterem Himmel wirkte es auf der Wetzlarer Jubiläumsregatta, als unsere Mannschaft Zilliken, J. Dörhöfer, Hölker, Bausch und Steuermann Röcken in den Vorrennen zum B-Vierer und zum Ermunterungsvierer beide Male mit Längen vor der Limburger Rudergesellschaft bzw. dem Wetzlarer Ruderclub durchs Ziel gingen und auch das Hauptrennen zum B-Vierer mit vielen Längen vor dem Verein Rudersport Gießen gewannen. Es war der erste Sieg seit dem Jahre 1913 und die Begeisterung war diesem Ereignis entsprechend groß. Unter Vorantritt der gesamten Bürgergarde-Kapelle ging es am Abend vom Bahnhof durch die Straßen der Stadt zum Vereinslokal“. Weitere Siege in den Jahren 1931 und 1932 geben dem Verein neuen Auftrieb.

Braune Schatten

Das Jahr 1933 kam. Die Nazis übernahmen das Kommando und versetzten der ihnen verhassten Weimarer Republik den Todesstoß. Die Ereignisse im fernen Berlin warfen bereits die ersten dunklen Schatten auf den Weilburger Ruderverein. Im Protokoll der Monatsversammlung vom 29. Mai 1933 heißt es: „Der Vorsitzende Dr. Schranz eröffnet die Versammlung und teilt sodann mit, dass es leider nicht gelungen sei, bis jetzt einen Vierer auf das Wasser zu bringen, teils weil die geeigneten Leute fehlen, teils weil die übrigen sich aus politischen Gründen zu keinem Training entschließen konnten. Daraufhin legt Herr Dr. Schranz dar, dass der gesamte Vorstand seine Ämter zur Verfügung gestellt habe, um der allgemeinen Umgestaltung der Verhältnisse nicht hinderlich zu sein.“ Zwar wurde der Vorstand erneut gewählt und Dr. Schranz, den neuen Verhältnissen entsprechend, zum „Vereinsführer“ ernannt, aber Regatten wurden nicht mehr besucht. Und der Chronist, es war der spätere Vereinsvorsitzende Frank Rosenkranz, machte in seinem Jahresbericht 1933 eine damals außerordentliche Bemerkung:

„So kam es, dass mit der großen politischen Staatsumwälzung, die mit dem 30. Januar in ihr letztes Stadium trat, das Interesse der jüngeren Generation am Rudersport immer mehr in den Hintergrund trat. Es kamen die großen Aufmärsche, Kundgebungen und Feiern anlässlich der Machtergreifung Adolf Hitlers. Die Wehrverbände zogen die Jugend in einem nie gekannten Ausmaß in ihre Reihen und der Dienst und die sonstige Beanspruchung ließen keine Zeit für eine sportliche Betätigung.“

Text des Briefes                                                                                                                                    

An den Ortsgruppenführer i.D.R.f.L. in Weilburg/L.                                                                                                          Die dem früheren Ruderverein Weilburg gehörigen Boote (jetzt zur Verwendung des Sportkreises 9) werden auf meine Anordnung zum vorläufigen Gebrauch und vorläufiger Betreuung der Ruder-Kampfspielgemeinschaft IV/261 der SA-Standarte 261 übergeben. Weitere Anforderungen folgen.

Das vorläufige Ende

Mit dem zunehmenden Einfluss der Nazis auf das gesamte gesellschaftliche und sportliche Leben geriet der Verein in den folgenden Jahren immer mehr in Schwierigkeiten, weil er es ablehnte, die Boote dem SA-Marine-Sturm zur Wehrertüchtigung zur Verfügung zu stellen und weil die Vorstandsmitglieder eine Mitgliedschaft in der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen ablehnten. Am 30.12.1936 schließlich, nachdem massive Drohungen des NS-Reichsbundes für Leibesübungen nichts gefruchtet hatten, legte der Vorstand seine Ämter nieder und damit endete vorläufig auch die Tätigkeit des Weilburger Rudervereins. Das Bootshaus, von der Ruder-Kampfspielgemeinschaft IV/261 der SA-Standarte 261 beschlagnahmt, wurde abgerissen, um nach Diez transportiert zu werden. Die Boote wurden von derselben Organisation beschlagnahmt und nach Diez verfrachtet. Die Hochschule für Lehrerbildung in Weilburg baute das neue massive Bootshaus. Bis Kriegsbeginn ruderten hier die Lehrerstudenten und in den Kriegsjahren übernahm das Gymnasium Philippinum das Gebäude.

Die Besatzung und der Neubeginn

  1. März 1945. Im Osten tobt noch der Zweite Weltkrieg. In Weilburg finden die Schrecken ihr Ende. Amerikanische Truppen besetzen die Stadt. Das Bootshaus wird aufgebrochen, die Boote werden entweder in die Lahn geworfen oder zum Vöhler Weiher, nach Biskirchen und anderen Ortschaften gebracht. Obwohl Vereine von der eingesetzten Militärregierung nicht zugelassen waren, finden sich einige junge Leute in Weilburg, die Ordnung in das Chaos bringen, die Boote einsammeln, sie im Laufe des Sommers reparieren und im Herbst 1945 sogar wieder auf der Lahn rudern. Diese Ruderer schlossen sich dem im September 1945 gegründeten Sportverein 1919 an und ließen sich durch nichts schrecken, auch nicht durch das Hochwasser vom 10. Februar 1946, das zwei Meter hoch im Bootshaus stand und Schlamm und Verwüstung hinterließ. Im Februar 1947 übernahm Hans Bruchmeier die Ruderabteilung. Er ahnte damals sicher nicht, dass er 33 Jahre später auf eine fast einmalige Leistung als Trainer und Vorsitzender des Weilburger Rudervereins zurückblicken würde.

Als Hans Bruchmeier am 9. September 1947 zusammen mit Karl Reinhardt, Otto Ruppel, Hans Salheiser, Steuer: Heinz Stender auf der Frankfurter Herbstregatta gegen die RG Wiesbaden-Biebrich und die Frankfurter RG Borussia den Herbst-Jungmann-Gig-Vierer mit Steuermann gewann, war dies der erste Sieg für den WRV auf einer Regatta nach dem Krieg. Am Tag der Währungsreform 1948 wurde vom Ruderverein Eltville ein gebrauchter Renn-Vierer beschafft. Das erste Rennboot für die jungen Ruderer, mit dem dann alle Rennboot-Rennen bis zum Jahre 1953 bestritten wurden.

Die Wiederauferstehung

Weitere Erfolge bei Regatten in den Jahren 1948 und 1949 ließen die ehemaligen Vorstandsmitglieder des WRV auf die jungen Ruderer aufmerksam werden. Die wiesen darauf hin, dass die Existenz der Ruderabteilung beim Sportverein 1919 gefährdet sei, und waren der Meinung, dass der Weilburger Ruderverein wieder ins Leben gerufen werden sollte. Dies war ganz im Sinne der aktiven Ruderer.

Am 14. Januar 1950 trafen sich 46 Gründungsmitglieder im Hotel Traube. Erster Vorsitzender des wiederentstandenen Vereins wurde Dr. Schranz, 2. Vorsitzender Franz Rosenkranz, Schriftführer Hans Bruchmeier und Kassierer Werner Ohly. Für das Training zeichnete Hans Bruchmeier weiterhin verantwortlich.

Zunächst wurden keine Regatten besucht. Das schlechte Bootsmaterial war ein großes Handicap für die ehrgeizigen Ruderer. Viel Wert wurde aber auf eine gute Ausbildung gelegt. Am 8. April 1951 wurden der C-Gig-Doppelvierer „Kamerad“ und der C-Gig-Vierer „Ludwig Bausch“ getauft. Aber bereits am 11. August 1952 wurde in Limburg das erste Rennbootrennen nach dem Krieg gewonnen. Willi Peuser, Hans Meurer, Wilbert Fries und Herbert Bruchmeier, Steuer: Hans Bruchmeier bildeten die Crew.

Ein Kleeblatt bringt Glück

Ein Kleeblatt besonderer Art sollt dem Weilburger Ruderverein in den folgenden Jahren Glück bringen. Auf der Gießener Pfingst-Regatta am 20. und 21. Juni 1953 startete zum ersten Mal der Klee-Vierer mit Wolfgang Schach, Fritz Wegener, Günther Boehmer, Erhard Klee und Steuermann Hans Bruchmeier und gewann auf Anhieb zwei Rennen. Drei weitere Erfolge in Offenbach, Bad Ems und Limburg folgten. Für diese Mannschaft wurde 1954 das neue Rennboot „Weilburg“ gekauft und die Mannschaft gewann, mit Karl-Friedrich Schneegans für Fritz Wegener, wieder fünf Rennen. Paul Elschner berichtete über die zwei Siege dieser Mannschaft auf der 77. Internationalen   Frankfurter Ruderregatta in der Frankfurter Rundschau: “Von den hessischen Teilnehmern überraschte die Vierermannschaft aus Weilburg mit Klee am Schlag durch ihren sauberen Stil und ihrer Kampfkraft auf den letzten Metern“.                                                                              

Am 30. März 1955 sprach Dr. h.c. Georg von Opel bei einem Festakt in der Aula des Gymnasium Philippinum anlässlich des 50jährigen Bestehens des Vereins. Franz Rosenkranz wurde 1. Vorsitzender. Das schönste Geschenk machten dem Verein die aktiven Ruderer, die auf acht Regatten 13 Siege nach Hause ruderten. Maßgeblich beteiligt war auch hier der Klee-Vierer mit acht Siegen in der Senior-Klasse. Zum Jahresende 1955 beendete diese Mannschaft jedoch ihre sportliche Laufbahn und dem Verein standen nur noch Jugendmannschaften zur Verfügung. 

Der B-Zweier „Nassau“ und der C-Vierer „Lahn“ wurden angeschafft, es folgten 1957 der Rennvierer „Onkel Hermann“ und der Allzweck-Einer „Hannes“. Am 10. Juni 1956 wurde der bisher einzige Achtersieg für den WRV gewonnen. Bei der Regatta in Offenbach freuten sich Manfred Watermann, Dieter Watermann, Dietmar Krause, Helmut Offenbach, Klaus Graubner, Siegfried Rusert, Günther Knaak, Lothar Paul und Steuermann Klaus Gerhardt über diesen Erfolg.

Vierer-Tradition

Der Vierer mit Steuermann war in diesen Jahren das traditionelle Boot unseres Vereins. Drei Vierer-Mannschaften dominierten 1958. Der Diegelmann-Vierer, der Watermann-Vierer und bei der Jugend der Bruchmeier-Vierer, der die Saison ungeschlagen mit acht Siegen beendete. 1958 nahmen die Ruderer aber auch Abschied vom „Opel-Blitz“ unseres ersten Vorsitzenden, der jahrelang die Boote zu Regatten transportiert hatte und stiegen um auf einen neuen Bootstransporter.

Deutsche Meisterschaften auf dem Baldeneysee in Essen 1959: Der Jugendvierer mit Horst Bruchmeier, Peter Stötter, Ferdi Dienst, Jürgen Helger, Steuermann Uwe Paul belegte im Endlauf den sechsten Platz. Im darauffolgenden Jahr 1959 geht die gleiche Mannschaft erneut in Mannheim bei den Jugendmeisterschaften an den Start, verpasste allerdings knapp den Endlauf. 1960 bricht der WRV erstmals aus der Vierer-Tradition aus. Der Renn-Doppelzweier „Hessen“ wird getauft und Horst Bruchmeier/Peter Stötter holen 1961 die ersten drei Siege im Doppelzweier und dominieren 1962 mit fünf Siegen in dieser  Bootsklasse.

Die mageren und die fetten Jahre

Nach diesen erfolgreichen Zeiten ergeht es dem Weilburger Ruderverein wie dem Volke Israel im Alten Testament. Es folgen magere Jahre, die aber in den siebziger Jahren wieder durch fette Jahre abgelöst werden. Von 1963 – 1967 erlebte der Verein einen spürbaren Rückgang der Regatta-Erfolge. Die bis dahin aktiven Ruderer beendeten ihre Laufbahn, es fehlt an geeignetem Nachwuchs. 1965 gewinnen Wolfgang Henss/Reiner Höhn im Doppelzweier vier Rennen. 1966 holte Jochen Greis den ersten Sieg im neuen Renn-Einer „Henner“, der 1964 angeschafft worden war. Absoluter Tiefpunkt des sportlichen Geschehens war 1967. Doch ab 1968 geht es wieder aufwärts. In den folgenden Jahren wird immer deutlicher, dass gerade die kleinen Bootsklassen (Einer, Doppelzweier) bei den Anfängern und jungen Ruderern sich wachsender Beliebtheit erfreuen. 1968 gewinnt Hans-Werner Bruchmeier vier Einer-Rennen, 1969 zwei Rennen. Der Übungs-Einer „Franz“ wird getauft. Mehrere Ereignisse kennzeichnen das Jahr 1970. Hans Bruchmeier wird 1. Vorsitzender, Franz Rosenkranz legt nach 15 Jahren den Vorsitz nieder und wird Ehrenvorsitzender. Hans-Werner Bruchmeier und Alex Scheiber erringen acht Siege, dabei den Leichtgewichts-Junior-Doppelzweier auf der DRV-Nachwuchs-Regatta in Duisburg-Wedau und einen 3. Platz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften auf den Baldeneysee in derselben Bootsgattung.

Mit dem Fahrrad zum Sieg

1971 kam ein 13-jähriger Schüler an das Bootshaus. Aus Aulenhausen radelte Friedhelm Schäfer täglich 10 Kilometer zum Training und wieder zurück nach Hause. Er trainierte in einem der zwei neu angeschafften Kindereiner, die auf die Namen „Flipper“ und „Hecht“ getauft wurden und siegte bei vier Starts vier Mal. Andere Jugendliche wurden motiviert. 1972 übertraf man erstmals das bisherige Rekordjahr 1959. Bei 12 Regatten wurden 15 Siege verbucht. Friedhelm Schäfer war hier am erfolgreichsten mit 8 Siegen, darunter der 1. Platz im Hessischen Landesentscheid und der 4. Platz beim Bundesentscheid in Stuttgart.

Mit dem neuen Renn-Einer „Weilburg II“ (liebevoll „Schampes“ genannt) startete der WRV in das Jahr 1973. 19 Siege wurden errungen. Georg Hauch wurde Sieger bei den Hessischen Schulmeisterschaften. Und es ging weiter aufwärts. Der Renn-Doppelzweier „Zevenaar“, nach der niederländischen Partnerstadt getauft, war die neueste Errungenschaft 1974. 34 mal fuhren Weilburger Ruderer als erste durchs Ziel, 17 mal Friedhelm Schäfer, 10 mal Donald Fried.

Friedhelm Schäfer siegte im Einer bei den Hessischen Schulmeisterschaften, belegte bei „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin den 5. Rang und mit Thomas Bruchmeier den 2. Platz  bei den Hessischen Schulmeisterschaften. Zweiter im Einer bei den Hessischen Schulmeisterschaften wurde Wolfgang Fried.

Sechs Wanderfahrten auf der Lahn und die Beteiligung an Wanderrudertreffen in Berlin zeigten deutlich, dass wir auch auf diesem Gebiet aktiv sein können.

Von Weilburg nach Amsterdam

1975 feierte der WRV sein 70jähriges Jubiläum. Für 50jährige Mitgliedschaft wurden August Heibig und Fritz Diegelmann mit der goldenen Ehrennadel des DRV ausgezeichnet. Die Silbernadel des WRV für 25jährige Mitgliedschaft erhielten Margarete Bruchmeier, Ursel Rosenkranz, Fritz Jacobs, Günter Lachwitz, Arthur Schmidt, Herbert Pechan, Ferdinand Neubauer, Hans Hess, Wilbert Fries, Werner Timmer, Karl Görtz, Reinhold Joost, Moritz Fürbeth, Jakob Grebe, Arno Scheunert, Dr. Dieter Leidreiter, Friedel Färber und Hans Bruchmeier.

Eine besondere Leistung vollbrachten Johannes Hamann, Dieter Löhr, Donald Fried und Michael Chladik. Sie fuhren mit dem Ruderboot von Weilburg nach Amsterdam und besuchten die holländische Partnerstadt Zevenaar.

Im Doppelzweier siegten bei den Hessischen Schulmeisterschaften Friedhelm Schäfer/Thomas Bruchmeier sowie Wolfgang Fried/Josef Kokert in ihren Jahrgängen. Wolfgang Fried wurde Dritter im Einer beim Bundesentscheid. Insgesamt wurden im Jahre 1975 44 Siege errungen. 46 Siege und 47 Zweitplätze waren die stolze Bilanz des Jahres 1976. Bei den Hessischen Juniorenmeisterschaften holten sich Donald Fried/Friedhelm Schäfer und Josef Kokert/Michael Chladik jeweils den zweiten Platz, ebenso wie Wolfgang Fried im Leichgewichts-Einer. Bei den Hessischen Schulmeisterschaften werden zwei Titel und eine Vizemeisterschaft errungen.

In der Jahreshauptversammlung 1977 wurde Hans Bruchmeier als Vorsitzender wiedergewählt. Seine Stellvertreter sind Werner Timmer und Christoph Hultsch, Schatzmeister wurde Horst Bruchmeier. Eine neue Satzung wird von der Mitgliederversammlung beschlossen. Ein Renn-Doppelzweier „Privas“ und ein Renn-Einer „Speedy“ werden getauft. Sportlich ist der Verein wieder auf Erfolgskurs: 45 Siege auf 20 Regatten werden geholt. Wolfgang Fried belegt bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Leichtgewichts-Einer den dritten Platz und gewinnt zwei Hessenmeisterschaften.

Nahtloser Übergang

1978 beenden fast alle bis dahin so erfolgreichen Ruderer ihr Training. Aber der Nachwuchs drängt nach vorn und beendet erfolgreich mit 49 Siegen die Saison. 24 Ruderer waren aktiv an Rennen beteiligt. Über Ostern besuchen jungen Ruderer aus Paris vom Athletic Club de Boulogne Billancourt Weilburg. Damit wird ein Besuch unseres AH-Vierers aus dem Jahre 1976 erwidert, dessen Initiator unser aktiver AH-Ruderer Dr. Karl-Otto Friedrich war. Ostern 1979 sind dann unsere Jugendlichen in der französischen Metropole herzlich als Gäste empfangen worden. Obwohl 1979 das Training aufgrund der schlechten Witterung mit Verspätung aufgenommen wurde, erringen wir auf 14 Regatten immerhin 42 Siege, ein Erfolg mit dem man zu Jahresbeginn nicht gerechnet hatte.

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